Bigband der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

Ausbildung

Ausbildungkonzept

von Martin Schlu (Stand: Januar 2012) – Kurzkonzept zum Download

Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (vorher: „Gesamtschule Bad Godesberg“) hat seit 1993 eine Musiktradition. Während bis 1997 eher Musicals einstudiert und aufgeführt wurden, gründeten wir 1998 nach dem Prinzip des Klassenmusizierens eine Orchesterschule – damals als erste Schule in Nordrhein-Westfalen. Wir stellten aber nach einigen Jahren fest, dass das Prinzip des Klassenmusizierens bei uns nicht möglich ist und erarbeiteten daher ein eigenes Konzept, das es ermöglicht, jederzeit einzusteigen (aber auch jederzeit aufzuhören) und damit fahren wir seit 2001 einfach besser.

Mittlerweile – die ersten Absolventen dieser Klasse machten 2007 ihr Abitur – sind wir eine Orchesterschule geworden. Die Außenwirkung dieser musikalischen Arbeit ist überregional bekannt und ich bin oft unterwegs um andere zu beraten, wie so ein Projekt logistisch und finanziell ermöglicht werden kann. Nach vierzehn Jahren Erfahrung als schuleigene Musikschule rennen uns die Eltern die Türen ein. Seit 1. September 2008 haben wir mit dem befreundeten EMA-Gymnasium und der BAG Musik Rheinland-Süd gemeinsam eine Stelle “Freiwillige Soziales Jahr Kultur” eingerichtet, drei FSJlerinnen aus Bremen, Freiburg  und Kevelaer gehabt (wovon zwei nun Musik studieren) und die vierte aus Bonn ist gerade eingearbeitet. Ohne die Unterstützung durch eine volle Stelle geht es einfach nicht mehr. Im Einzelnen stellt sich der Stand der Arbeit wie folgt dar:

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Instrumente

Wir bilden mittlerweile für  alle Instrumente aus. Für die Big-Bands brauchen wir Saxophone, Trompeten, Posaunen, Gitarre, Bass, Klavier und Schlagzeug. Für das im Aufbau befindliche Symphonieorchester bieten wir Unterricht für Streichinstrumente, Holzbläser und Blechbläser an. Zur Zeit arbeiten bei uns etwa zwanzig Instrumentallehrer, die in unseren Räumen Unterricht erteilen. Seit 1998 haben wir ca. 200 Instrumente, Verstärker und Geräte für die Tontechnik gekauft und erspielt, wovon der größte Teil (ca. 180) ausgeliehen ist und die Grundlage unseres Etats bildet. Im Folgenden stehen die Erfahrungen seit 1998, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Instrumenten:

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Violinen, Viola, Violoncello

 

 

 

 

 

 

 

Streichinstrumente haben wir im laufenden Schuljahr erstmalig eingeführt und machen gerade unsere Erfahrungen. Es hat sich gezeigt, dass alte Violinen (ab etwa hundert Jahren) bezahlbar zu bekommnen und den neuen Modellen z.B. aus China klanglich überlegen sind. Aus diesem Grunde werden lieber alte Violinen gekauft, überholt, mit einem neuen Koffer versehen und dann an die Kinder ausgegeben (eine unserer besseren Schülerinnen spielt auf einer englischen Violine von ca. 1780). Mittlerweile verfügen wir über sechzehn  Violinen, zwei Bratsche und zwei Violoncelli und wir wollen auf dreißig Instrumente aufstocken, damit die Kinder erst in der Sieben ein eigenes Instrument kaufen müssen. Gegenwärtig werden die Streicher von Julia Eckert unterrichtet. Die neuen Fünfer bekommen – je nach Körpergröße – halbe, dreiviertel oder ganze Größen. Entscheidend ist die Armlänge des Kindes.

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Flöten

 

 

 

 

 

 

Flöten hatten wir von Anfang an, also seit 1998. Bis heute verwenden wir Bufett-Crampon-Flöten, doch wir haben auch ein paar Yamaha-Modelle. Manche Flöten haben mehr als zehn Benutzer gehabt, doch sie sind immer noch in Ordnung, weil sie regelmäßig gewartet wurden und eine neue Polsterung (die den Zeitwert des Instrumentes übersteigen kann), war bisher noch nie notwendig. Merkwürdigerweise ist die Flöte nach wie vor ein Mädchenisntrument – die paar Jungen, die seit 1998 Flöte lernten, waren bestenfalls ein Dutzend. Unser Flötenlehrer ist Daniel Agi, ein international erfahrener Musiker.

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Klarinetten

 

 

 

 

 

 

 

Unsere Klarinetten sind ebenfalls von Bufett-Crampon (B10, B12) und von Yamaha. Wir hatten mal zwanzig Klarinetten und hatten die Bestände zwischenzeitlich abgebaut, weil wir in der Big-Band kaum Verwendung für sie hatten. Mittlerweile hat sich dies wieder geändert, denn für das Chicago-Jazz-Ensemble der Mittelstufe werden wieder Klarinetten gebraucht, ebenso für das neuen Symphonieorchester. Jetzt ärgere ich mich ein bisschen, dass ich unser Fagott vor ein paar Jahren verkauft habe – demnächst müssen zwei von ihnen angeschafft werden. Unsere Lehrerin für Klarinette ist Susanne Schmitz-Dowidat.

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Altsaxophon

Wir beginnen in der Saxophongruppe mit einem Alto-Satz (vier bis fünf Altos) und hoffen, dass am Ende der Fünf ein oder zwei Kinder auf Tenor umsteigen, damit der Saxophonsatz komplett ist. Außerdem haben wir ein Baritonsax, das auf einem Ständer stehend gespielt werden kann – keinem Kind ist zuzumuten, so ein großes und schweres Instrument mit sich herumzuschleppen. Wenn wir mehr Geld haben, werden wir mal ein zweites Bariton kaufen. Probleme gibt es immer am Anfang, wenn durch unsachgemäßes Zusammenbauen Klappen und Wellen verbogen werden. Neue Instrumente geben wir aus diesem Grund nie an Anfänger aus, sondern an die besten Fortgeschrittenen, die sich eins aussuchen und ihr bisheriges Instrument weitergeben. Gute Erfahrungen machten wir mit Keilwerth, Arnolds und Jupiter in bezug auf Stimmung und Ansprache, doch manchmal wird ein Alto so tief ausgeliefert, dass man den Korken am S-Bogen neu setzen muss. Für unsere Holzabteilung ist der Spezialist Musikhaus Hartmann in Bonn. Der Inhaber, Herr Stein, hat bisher alles bezahlbar wieder hinbekommen. Unsere Lehrerin für Saxophon ist ebenfalls Susanne Schmitz-Dowidat, außerdem noch Thomas Mahren und Laura Linden.

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Trompete

Die Trompeter haben es oft “leichter”, denn sie sind am schnellsten und unproblematischsten mit dem Zusammenpacken fertig. Wir verwendeten bisher am liebsten die “Sella”-Modelle von Kühnl & Hoyer, allerdings hat unser Hausreparateur Gottfried Büchel eine eigene Serie aufgelegt, die besser ist als alles, was es in dieser Preisklasse gibt (unter EUR 500.- ) und wenn wir nachkaufen, sind es Büchels Trompeten. Alle Kinder bekommen ein Gigbag, damit sie die Trompete leichter tragen können – die meisten kommen mit Bus und Bahn und da zählt jedes Gramm. Zu Demonstrationszwecken hängt im Büro eine Trompete, bei der mal ein Ventil auf den Boden fiel, verbogen und schrottreif war (wieso werden Ventilbüchsen eigentlich nicht standardisiert, dass man bei so einem Fall keine neue Trompete kaufen muss???). Häufiges Problem ist das festsitzende Mundstück, weil man drauf geschlagen hat – das kostet € 10,00.- Strafe. Unser Lehrer für Trompete ist Andreas Berger (jr.)

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Posaune

 

 

 

 

 

Bei Posaunen verwenden wir Kühnl & Hoyer 134 G und Yamaha-Modelle – denn diese Instrumente halten fast ewig, wenn sie gut gepflegt werden. Meine 42er Bach (über 50 Jahre alt) ist zwar der Wunschtraum der guten Posaunist/inn/en, doch man braucht viel Glück um eine wirklich gute zu bekommen und ich hab sie auch erst nach meinem ersten Examen von einem Musiker gekauft, der in Pension ging und sie nicht mehr brauchte.

Auch bei den Posaunen bekommen alle Kinder ein Gigbag. Dummerweise gehen die Plastikreißverschlüsse bei den preiswerten Herstellern nach etwa sechs Monaten kaputt. Also wird einmalig für etwa 100.- ein Metallverschluß eingenäht und dann halten die Taschen etwa sechs Jahre.

Die Zugwartung lassen wir erst machen, wenn die Kinder nach einem halben Jahr gelernt haben, den Innenzug wie ein rohes Ei zu behandeln. Sonst wird es zu teuer und das erste halbe Jahr muß der Zug sowieso noch nicht perfekt laufen. Beulen sind seltsamerweise nie ein Thema gewesen – nur einmal in zwölf Jahren kam ein Tenorhorn zwischen die Messing-Schwingtüren und wurde geplättet. Nach allen möglichen Ausprobierphasen mit Zugöl und Mehrkomponenten-Fetten bin ich wieder auf das gute alte “Bötels Posaunenfett” gekommen – eine Tube hält etwa zehn Jahre. Unsere Lehrer für Posaune  sind Gerhard Halene und ich selbst – nach zehn Jahren als Gitarrenlehrer möchte ich mal wieder mein Hauptinstrument unterrichten.

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Gitarre (elektrisch)

Dieses Instrument ist nur noch als Zweitinstrument in der geförderten Ausbildung möglich, weil es sehr schwierig ist. E-Gitarre hat mit den akustischen Instrumenten überhaupt nichts zu tun, es sind andere Griffe, andere Fingersätz, eine andere Spielhaltung und die Schwierigkeiten liegen in der Kombination von Blattspiel, Akkordbegleitung, Harmonielehre und Improvisaton. Das ist einfach nichts für Anfänger.

Wir beginnen wir in der V. Lage (Bb-Dur) und die Gitarristen lernen mit den Bläsern zusammen. Dadurch lernen sie von Anfang an nach Noten zu spielen, was heute keine Selbstverständlichkeit ist. Das Stimmen übernehme ich das erste Jahr immer selber, irgendwann danach können  es die Kinder auch – Stimmgeräte ohne Autotune-Funktion sind ihr Geld nicht wert, es reißen zuviele Saiten.

Gitarren kaufen wir gebraucht (mit altem Holz) und vervollständigen sie dann mit guten Pickups (eigene Geheimwissenschaft) oder besserer Hardware (Mechanik, vernünftige Stege), denn wenn das Holz gut ist, lohnt es sich auch eine gute Elektronik einzubauen. Bevorzugte Modelle sind der Typ Stratocaster und Telecaster, gerne nehmen wir aber auch alte DDR-Gitarren und Höfner-Instrumente, weil das Holz früher so gut war. Bei E-Gitarren schraubt man sowieso immer herum wie beim VW-Käfer früher, man kann schnell und leicht reparieren und die Kinder lernen irgendwann die Technik zu begreifen. Wir haben eine gute Tokai aus den 80ern, eine alte Yamaha von 1978, viel Marathon aus den 90ern, Johnson, neues amerikanisches und altes deutsches Zeug – zum Hörvergleich gibt es meine alte Fender-Strat (1977). E-Gitarre habe ich selber unterrichtet, im kommenden Schuljahr 2012/13 wird es einen anderen Lehrer geben (s.o.)

 

 

 

 

 

 

Akustische Gitarren haben im Bandbereich keine Chance, die nehmen wir für die Gitarren-AGs, wo man nicht über die V. Lage kommt, außerdem haben wir eine Abteilung Steel-string, in der Blues in offenen Stimmungen und  Bottleneck unterrichtet wird – ohne Noten.  Für Blues und Bottleneck ist Bernd Vollbach zuständig, für klassische Gitarre (speziell für Tango) ist es Jürgen Bieler. Kleinere Kinder bekommen 3/4-Instrumente, die etwas handlicher sind und eine Tasche – keinen Koffer.

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Bass

Beim Bass beginnen wir seit 2008 auf 5-Saitern ohne Bünde (fretless), denn, wenn die Kinder von Anfang an nach Gehör spielen, wie es die Posaunisten ja auch lernen, gibt es später weniger Probleme bei der Intonation zwischen temperierter Stimmung (Tasten und Gitarren) und reiner Stimmung (alle Bläser). Wenn man – wie die Gitarristen – in der V. Lage beginnt, stellt sich nicht das Problem des tiefen “F”. Für kurze Arme haben wir kleinere Größen und so kommen die Kinder auch hier an alle wichtigen Töne. Auf dem bundlosen Bass kann man problemlos die Stimmungsdifferenzen ausgleichen, wenn man hört, wo man greifen muß. Von Warwick gibt es ein bezahlbares Modell, das recht gut ist.

Bässe können wir nur neu kaufen – das, was wir brauchen, wird nicht gebraucht abgegeben. Wir haben zwar auch bundierte Viersaiter, doch die werden sofort problematisch, wenn es um das Mitspielen mit den Bläsern geht und darum wird hier allmählich alles verkauft. Wer unbedingt slappen will, kauft sich später sowieso seinen bundierten Sechssaiter (wie ich auch…). Als Basslehrer arbeitet mittlerweile ein Schüler aus der Zehn für uns, Alex Roth, der auch akustischen Kontrabass spielt – in Fachkreisen nennt man dieses Instrument “Oma”. Auch hier bekommen kleine Kinder kleine Bässe – vielleicht reicht es im kommenden Jahr für eine Bass-Ukulele von Risa – etwas Handlicheres gibt es einfach nicht.

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Klavier/Synthesizer

 

 

 

 

Die Pianisten sollten bereits Klavierunterricht gehabt haben, so dass sie sich auf die Beherrschung von Sampler und MIDI konzentrieren können, sonst kriegen sie nicht die Kurve. Jeder aus dem Rhythmus lernt, sich selber zu verkabeln und auch die Bläser haben ihre Aufgaben bei Auf- und Abbau der Rhythmusgruppe. Die MIDI-Tastatur ist nicht das Problem, sondern die Bedienung der Sampler, denn die digitalen Geräte sind für Zehnjährige nicht zu durchschauen und alte (einfache) Sampler muß man trödeln und sehr pfleglich behandeln (Boss Dr. Synth, Roland Juno 106, Emu Esi 32 oder Ähnliches von Kurzweil und Akai). Die heute übliche Laptop-Lösung der Profis taugt nicht für Kinder, für die ist es schon schwer genug das richtige Netzteil für das Keyboard zu finden und darum steht auf jedem Netzteil ob es Gleichstrom (gelb) oder Wechselstrom (rot) liefert, außerdem die Beschreibung, wohin es gehört. Ein falsch angeschlossenes Netzteil erzeugt etwa EUR 100.- Reparaturkosten.

Außerdem stehen drei Flügel, sechs Klaviere, zwei E-Pianos, einige Keyboards und eine Heimorgel über die ganze Schule verteilt, teilweise stehen sie sogar in Klassenräumen. Unser Klavierlehrer ist Roland Westphal. Nach wie vor suchen wir günstige und gute Klaviere, damit irgendwann mal in jedem Jahrgang ein Instrument stehen kann.

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Schlagzeug

Schlagzeug ist eines der schwersten Instrumente und daher lassen wir es für unsere verbilligte Ausbildung nur noch als Zweitinstrument zu. In der Vergangenheit haben zuviele Kinder begonnen und nach einem Jahr wieder aufgehört, weil die Fortschritte später immer schwieriger werden und unsere zwei Dutzend Drum-Sets sind zwar immer ausgebcht, aber es gibt zuviel Fluktuation.

Die Instrumente leihen wir als Übungsset an unsere Schüler aus – normalerweise in der Konfiguration 16″ oder 18″ BD, SN, HH, Ridebecken und ein bis zwei Toms, meistens mit Paiste-Becken. Zum Üben reicht es und die Kinderzimmer werden nicht so voll. Im Schlagzeugruam stehen fünf komplette Sets in Standardkonfiguration (BD, SN, HH, HT1, HT2, ST, Crash und Ride), im Probenraum zwei Rack-Sets und das Konzertset hat einen Beckensatz aus den 70er Jahren (Formula – für Kenner). Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Sinn macht, bei Schlagzeugen etwas anderes zu verwenden als großen Marke (Tama und Sonor) und im Laufe der Jahre haben wir ganze Beckensätze zusammenstellen können: Rock, Jazz, 70er – da merken die Schüler auf einmal, wie die Sounds zusammenkommen und der Unterschied ist wirklich deutlich. Für die Hi-Hats kaufen wir nur noch die polnischen “Fame”-Maschinen, da kommt an Stabilität und Qualität in der Preisklasse bis 100.- keine andere Marke mit. Mittlerweile haben wir 25 Drum-Sets – den grüßten Teil davon verliehen.

Fehlende Ersatzeile können wir problemlos bei eBay vervollständigen oder im Drum-Studio Bonn nachbestellen und gute Markenteile gehen einfach nicht kaputt. Ersatzfelle, schrauben und -schlüssel liegen immer im Schrank und wer Dellen in die Felle haut, muß sie ersetzen. Unsere Schlagzeuglehrerin ist die Bonner Jazzerin Heike Duncker.

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Die Ausbildung

Die Grundausbildung findet über ein eigenes Unterrichtswerk statt, bei dem von Anfang an zusammengespielt wird. Nach den ersten vierzig Übungen sind alle Schüler so weit, dass sie mit den Stücken des Unterstufenorchesters fertig werden, etwa “König der Löwen”, “One Moment in Time” etc. , also Stücken der Schwierigkeitsstufe “eins” (es gibt sechs Abstufungen, vergleichbar etwa dem “Hal Leonard”-Katalog). Die erste Phase dauert normalerweise ein halbes bis ganzes Jahr und gilt erst als abgeschlossen, wenn Weihnachtslieder oder Choräle vom Blatt gespielt werden können – nur dann hat man die Chance, ins Unterstufenorchester zu kommen.

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Unsere Ensembles

Seit Jahren haben wir die Oberstufen-Band “Brassrock” (seit 2000), die Mittelstufen-Band (seit 2006) die Unterstufen-Big-Band “Kiddybrass”(seit 2009) und die 5er-Ausbildungs-Big-Band. Die Streicher/Holzbläsergruppe gibt es seit diesem Jahr, außerdem bilden sich sporadisch ein Holzbläser- oder ein Blechbläserensemble und ein paar Bands in Eigenregie, die bei uns proben. Alle Ensembles zusammen spielen im Jahr etwa fünfzig Auftritte: Konzerte, Begleitmusik, Martinszüge, Karnevalszüge und ab und zu auch eine Messe oder einen Gottesdienst.

Im Unterstufenorchester proben wir leichte Big-Band-Arangements der Stufe eins wie etwa “Easy Jazz-Paks”. Typische Arrangements in dieser Klasse sind “Can You feel The Love Tonight” oder “One Moment In Time”. Wer bei uns was werden will, muß da einfach durch.

Im Mittelstufenorchester werden weitere Stücke in diesem Bereich geprobt und dort wird auch mit den “Essential Jazz Elements” gearbeitet, die in die Improvisation und Jazzphrasierung einführen. Wer das kann, wird auch mit der Sammlung “Best Of Discovery Jazz” fertig, die bei Hal Leonard erschienen ist. Dort sind weitere Pflichtstücke das Arrangement von “I Heard It Through The Grapevine” oder “On Broadway” oder “Mission Impossible”, die bis zur Stufe “zwei” gehen. Auch hier rechnet man ein gutes Jahr, bis man diese Ausgaben kann. Gegenwärtig wird im Mittelstufenorchester Chicago-Jazz durchgenommen, Improvisation erlernt und wir haben Schützenhilfe von der “Hot Pepper Jazz Band“, die uns demnächst coachen wird.

Die Oberstufen-Big-Band ”Brassrock” braucht junge Musiker, die die Stufe  ”drei” vom Blatt spielen können und sich trauen, über einfache Akkordformen (Bluesschema) frei zu spielen. Die lernen in einem Improvisationskurs, wie eine Septime klingt, was man mit einer #11 anfangen kann und was mit einer b5 und so weiter. Die Arrangements für die Oberstufen-Big-Band gehen bis Stufe fünf und viel davon schreibe ich selbst. Wer nicht vom Blatt spielen kann, hat keine Chance, die interessanten Konzerte mitzuspielen oder auf einen Jazzkurs geschickt zu werden – über Pfingsten geschieht dies immer, und ab und zu wird eine CD aufgenommen.

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Die Noten

Wir haben ein Farbsystem eingeführt, nach dem man den Noten bereits ansieht, für welche Stimme sie sind: blau steht für Es-Stimmen (Altos), gelb für die Bb-Stimmen, C-Stimmen sind grün und Posaunen (Baßschlüssel) grau. Dieses Farbsystem findet sich in den Notenmappen, allen Stimmbüchern und auch auf den Notenständern und hat den Vorteil, dass der Aufbau schnell geht, weil man sofort die Ständer und Mappen dorthin stellen kann, wo auch die Musiker stehen und jeder findet seine Noten schneller. Auch im Notenschrank findet sich das System, so dass man mit einem Handgriff z.B. eine Stimme für das zweite Alto finden kann. Es kostet zwar Unmengen an Tesaband, macht sich aber schnell bezahlt. Vergessene oder liegen gebliebene Notenblätter landen in einer Sortierkiste, die alle paar Wochen aufgeräumt wird – hier haben schon viele Schüler ihre Sozialdienste abgeleistet.

Das Unterrichtswerk, das wir seit 2003 verwenden, habe ich aus meinen Erfahrungen als Instrumentallehrer entwickelt. Es beginnt in Bb-Dur mit dem Umfang von vier Tönen und steigert sich langsam. Das bedeutet, dass die Kinder viele Übungen und Lieder mit wenigen Tönen spielen, diese dadurch verinnerlichen und von Anfang an Blattspiel praktizieren. Das erleichtert später das Einüben der ersten Stücke. Für jedes Instrument gibt es ein Stimmbuch, in dem Fingersätze, Griffe, Lagen etc. bezeichnet sind und wenn dieses Buch durchgearbeitet wurde, ist man kein Anfänger mehr und kann im Unterstufenorchester mitspielen. Die meisten Übungen stehen im Netz und werden gerne von Kolleg/inn/en heruntergeladen und verwendet. Parallel entsteht eine Harmonielehre für praktische Liedbegleitung und Improvisation.

http://www.martinschlu.de/orchester/ausbildung/start.html

http://martinschlu.de/klassen/musik/crashkursmusiktheorie/start.htm

Wir haben mehrere Notenschränke (Ausziehregale wie in den Arztpraxen), in denen ein paar tausend Titel stehen. Dies sind Sammlungen wie “Easy Jazz Paks”, gekaufte und geschriebene Einzelnummern, allgemein gängige Instrumentalschulen und -etuden und ein weiterer Schrank enthält etwa 400 Titel Blechbläserliteratur aus meiner Zeit als Leiter des “Bonner Blechbläserensembles”. Die selbst arrangierten Titel sind auf der Festplatte und können bei Bedarf per W-LAN an den Drucker/Kopierer geschickt werden, denn Noten gehen verloren, werden vergessen oder beschädigt und so bleiben alle Originale im Schrank und es werden nur Kopien ausgegeben. Noch ist ein Notenschränke im Keller, aber der weitaus größte Teil (acht Schränke) steht in Büro und Probenraum.

Wir benutzen mehrere Mappen-Sets: die Big-Band-Ordner sind in einem Rollencase untergebracht und enthalten alle aktuellen Stücke. Die blauen Mappen enthalten ein einstündiges Gesangsprogramm, die schwarzen Mappen das Instrumentalprogramm und die roten Mappen sind für die leichten Stücke. Außerdem gibt es noch Combo-Mappen für kleine Besetzungen. Da jeder weiß, wo etwas steht, muß ich nicht immer die Mappen holen und wegbringen, sondern nur ab und zu kontrollieren. Die Reihenfolge der Stücke richtet nach den Setlisten, so dass man bei den Auftritten auf großen Bühnen die Mappe einfach durchgespielt wird – auch das erzeugt weniger Stress. Zum Proben holt sich jeder seinen Ordner aus dem Case  und da muß man nicht mehr suchen, sondern schlägt direkt die entsprechende Nummer auf (Notenpflege schlägt pro Woche ca. mit 20 Stunden zu Buche). Wir probieren mit der Mittelstufenband das Auswendig-Spielen, es würde zwei Kisten Ständer und Noten beim Transport sparen und sieht einfach besser aus.

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Die Probenräume

Seit dem Herbst 2009 sind wir mit den großen Ensembles in der  alten Bibliothek, die unseren Platz um gut 200 qm vergrößert hat. Wir haben dort einen kombinierten Musik- und Probenraum, zwei weitere Nebenräume, ein kleines Bad, demnächst vielleicht auch die Küche und später auf jeden Fall eine Ausstattung, bei der man schnell mal einen Studiomitschnitt, aber auch mal mit einer ganzen Klasse eine Trommelstunde machen könnte. Die Stadt bastelt noch an der Nutzungsänderung und wir hoffen, dass der Raum zum kommenden Schuljahr auch in Sachen Schallschutz fertig ausgebaut ist. Wenn ich eine spätromantische Oper vorführe, wackeln in der Schulleitung die Wände und zumindest eine schalldämmende Doppeltür ist dringend nötig.

Hinter dem Probenraum haben wir seit Oktober 2009 endlich ein Büro mit Tageslicht und zwei Arbeitsplätzen und dort verbringe ich täglich mehrere Stunden. Im hinteren Bereich des Büros haben wir eine kleine Werkstatt eingerichtet, an der ständig repariert und gelötet wird und dort sind Regale für die Instrumente angebracht worden, denn viele Schüler lassen von einem Tag zum anderen ihre Instrumente dort, wenn sie hintereinander Proben oder Unterricht haben. In zwei Nebenräumen stehen Notenschränke und Regale für die Instrumente. Die Raumsituation hat sich nun erheblich entspannt und es kommen in Freistunden und Mittagspausen etwa immer ca. 30 Schüler, die üben, kommunizieren oder Unterricht bekommen wollen. Vier akustische Klaviere, drei Keyboards, etliche Verstärker und ein Flügel stehen dafür bereit und in jeder Pause wollen zehn bis zwanzig Kinder üben.

Der Bandkeller, die alte Hausmeisterwohnung, ist seit 2003 komplett mit Beschlag belegt. In zwei Probenräumen, jeder etwa mit 30 qm stehen eine komplette Backline für den Rhythmus, je ein Klavier, eine Stereoanlage und genug Pulte für die Proben. Seit dem Umzug der Big-Bands in die Alte Bibliothek wurde aus dem größeren Raum ein Schlagzeugstudio, in dem fünf Drum-Sets stehen und man vernünftigen Unterricht machen kann. Der andere Raum ist für Ensembleproben bis etwa acht Leute, dann ist Schluß. Allerdings ist dieser Raum seit Jahren feucht, die Stadt weiß das auch seit Jahren (ca. 2003), hat aber nie Geld zu sanieren. Manche Lehrer weigern sich bereits, dort zu unterrichtem, weil ihnen das Sporenrisiko zu hoch ist – man kann es verstehen.

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Tontechnik

In den Probenräumen stehen kleine 19″-Mixer, doch wenn die Oberstufenband “Brassrock” unterwegs ist, haben wir auch zur Not eine komplette P. A. an Bord, die (in Flightcases verpackt) bei den Auftritten benutzt wird. Wir haben nur noch analoge Technik, weil die einfacher zu reparieren ist, machten aber auch die Erfahrung, dass manche Verstärker ganz eigene Sicherungen haben, die man erst einmal als Ersatzteil auftreiben muß (z.B. Trace-Eliott). Gitarren- und Baßverstärker gibt es drei- und vierfach, damit man auch in kleinen Gruppen arbeiten kann. Alle wichtigen Marken sind mindestens einmal vertreten, nur das Marshall-Top fehlt noch und wird irgendwann gekauft, wenn wir mal Geld übrig haben. An Karneval packen wir die Big-Band und Tontechnik auf einen Anhänger und fahren in Kessenich und Beuel als Einheizer an der Spitze mit

Kabel sind in Fächern in einer Kiste auf Rollen sortiert (Klinke 6,3 für Instrumente, Netzkabel und Mikrokabel, PowerCon-Stromversorgung, Boxenkabel). Jeder sollte eigentlich die Kabel zusammenlegen und verkletten. Dennoch verbringe ich zuviel Zeit damit, Kabel zu entheddern, neu aufzurollen, mit dem Austausch von kaputten Steckern und dem Löten von Anschlüssen. Mittlerweile haben wir einen Werkstattsplatz eingerichtet und dort werden alle Klinkenkabel selbst gelötet (Neutrik-Stecker auf Kabel von der Rolle). Außerdem verwenden wir an jedem Instrumentalkabel einen “silent plug”, einen speziellen roten Stecker, der die Stromzufuhr beim Herausziehen sofort unterbricht – es gibt weniger Kurzschlüsse  und damit weniger Reparaturen. Für 20.- könne die Kinder bei uns übrigens ein Kabel kaufen, das besser ist als im Laden.

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Tutorium

Ab Klasse neun und zehn können die fortgeschrittenen Schüler/innen selber Instrumentalunterricht geben. Sie betreuen ein bis drei Fünfer oder Sechser und machen mit ihnen ihre ersten Lehrerfahrungen. Natürlich gibt es auch etwas Taschengeld dafür, doch entscheidender ist, dass sie als Lehrer ausgewählt wurden – dies wird auch auf dem Orchesterzeugnis vermerkt, das sie jedes Halbjahr bekommen und das mit dem Schulzeugnis ausgegeben wird. Hier wird der Leistungsstand bescheinigt, gespielte Auftritte werden aufgelistet und oft kann man eine Entwicklung erkennen. Personalchefs haben durchblicken lassen, dass sie diese Praxis toll finden. Abgesehen davon müssen unserer Oberstufenschüler 20 Sozialstunden ableisten und viele von ihnen machen dies bei uns und unterstützen uns im Notenarchv.

Es gibt immer wieder Fortgeschrittene, die ab Klasse acht wissen, dass sie später mit Musik mal ihr Geld verdienen wollen. Bislang hat noch keiner aus der Orchesterarbeit Musik studiert, aber wir haben auch noch nicht so viele Absolventen – allerdings hat Marie Enganemben jahrelang Gesang bei uns unterrichtet, eine Ehemalige, die aus der Musicalpraxis 1993 – 97 an der Schule hervorgegangen ist und seit Jahren international professionell arbeitet.

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Sonstiges

Alle Auftritte stehen im Internet und sind damit für alle zentral einsehbar. Die Oberstufen-Big-Band “Brassrock” hat seit Jahren eine eigene Internetpräsenz, die allerdings nur ab und zu gepflegt werden kann – irgendwo muß auch ich Abstriche machen – “Delagation” heißt das neue Zauberwort…

Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie an die Orchesterkasse spenden. Davon  kaufen wir Noten oder Instrumente oder bezahlen Wartungen. Für Spenden ab € 50,00.- wird automatisch eine abzugsfähige Spendenquittung erstellt, auch für Sachspenden. Wir brauchen immer gebrauchte Instrumente, Noten, Deckungszusagen und Fahrdienste. Geben Sie bei der Überweisung bitte Ihre Adressdaten an, die Quittung wird umgehend zugeschickt.

Bankverbindung des Orchesters der Gesamtschule Bonn – Bad Godesberg:

BAG Musik Rheinland-Süd
Kto. 114923600
BLZ 37050198
Sparkasse KölnBonn

Stand: 13. Januar 2012    17:24:59

One Response to “Ausbildung”

  • The Flory Five sagt:

    Tolles Konzept, großes Engagement… unser Sohn Lennardt, seit einem Jahr mit großer Passion als Schlagzeuger aktiv, wird ab dem Schuljahr 2011/2012 die IGS besuchen und “brennt” schon heute darauf, vielleicht schon bald Teil einer Schulband sein zu können.

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