Big-Band der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule

Ausbildung

Unser Ausbildungkonzept

von Martin Schlu (Stand: 21. Juli 2017) – aktueller Orchesterflyer

Die Elisabeth-Selbert-Gesamtschule (vorher: „Gesamtschule Bad Godesberg“) hat seit 1993 eine Musiktradition. Während bis 1997 eher Musicals einstudiert und aufgeführt wurden, gründeten wir 1998 nach dem Prinzip des Klassenmusizierens eine Orchesterschule – damals als erste Schule in Nordrhein-Westfalen. Grob gesagt funktioniert unsere Orchesterabteilung wie eine Mischung aus Musikverein und Musikschule. Mittlerweile – die ersten Absolventen dieser Klasse machten 2007 ihr Abitur – haben wir uns ein Musikprofil erarbeitet.

Seit 2008 finanzieren wir mit der BAG Musik Rheinland-Süd gemeinsam eine Stelle „Freiwillige Soziales Jahr Kultur“, die bisher mit Bundesfreiwilligen aus Bremen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und NRW besetzt wurde und die Orchesterarbeit unterstützt. Die meisten Freiwilligen trafen während dieser Zeit bei uns die Entscheidung zwischen künftiger künstlerischer Praxis oder der Entscheidung zur Schulmusik (zwei von bis neun FSJler/inne/n machten danach etwas ganz Anderes, die anderen studierten meistens Schulmusik).

Im kommenden Schuljahr 2017/2018 werden fünfte und sechs sechste Klassen auf zwei Bänder geblockt und haben parallel Musik. Damit bilden wir pro Jahrgang drei Gruppen: praxisorientierter Musikunterricht, eine Chorgruppe und eine Orchestergruppe (Bläser- , Streicher- und Rhythmusgruppe). In beiden Jahrgängen 5/6 hatten wir am Ende Schuljahres 2016/2017) über sechzig Chorkinder und über siebzig Orchesterkinder.

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Instrumente

Wir bilden für alle Instrumente aus. Für die Big-Bands brauchen wir Saxophone, Trompeten, Posaunen, Gitarre, Bass, Klavier und Schlagzeug. Für das im Aufbau befindliche Symphonieorchester bieten wir Unterricht für Streichinstrumente, Holzbläser und Blechbläser an. Zur Zeit arbeiten bei uns etwa ein Dutzend Instrumentallehrer, die in unseren Räumen Unterricht erteilen. Seit 1998 haben wir über 370 Instrumente, Verstärker und Geräte für die Tontechnik gekauft und erspielt, wovon der größte Teil ausgeliehen ist und die Grundlage unseres Etats bildet. Im Folgenden stehen die Erfahrungen seit 1998, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Instrumenten:

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Violinen, Viola, Violoncello, Kontrabass

Streichinstrumente haben wir im Schuljahr 2010/11 erstmalig eingeführt und machten  in den letzten Jahren unsere Erfahrungen mit den Besonderheiten der Instrumente. Die neuen Fünfer bekommen – je nach Körpergröße – 1/4,  1/2, 3/4 oder ganze Größen, egal ob Violine, Viola, Cello oder Kontrabass. Entscheidend ist die Armlänge des Kindes. Die Streicher beginnen auf der d-Saite (die gibt es immer) und spielen zunächst die erste Griffart, das heißt Leersaite mit drei Fingern + nächste Saite. Ziemlich schnell sind Fünftonmelodien in D-Dur möglich, nach kurzer Zeit auch in G-Dur und A-Dur.

Es hat sich gezeigt, dass alte Violinen aus Sachsen, Böhmen und Mittenwald (ab etwa hundert Jahren) bezahlbar zu bekommen und den neuen Modellen z.B. aus China klanglich überlegen sind – wenn sie regelmäßig gespielt wurden.  Aus diesem Grunde werden lieber alte Violinen gekauft, überholt, mit einem neuen Koffer versehen und dann an die Kinder ausgegeben (eine unserer Absolventinnen bekam zum Abschied eine englische Violine von ca. 1780). Mittlerweile verfügen wir über knapp vierzig Violinen, zehn davon richtig gut und über 200 Jahre alt, darunter Stainer-Kopien und eine Löwenkopfgeige. Für diese Instrumente haben wir Carbonkästen gekauft, die bei Paganino auch bezahlbar sind. Link zur Violinschule

Eine Viola geben wir erst fortgeschrittenen Kindern, haben aber einige Violinen eine Quinte tiefer besaitet, damit einige Anfänger direkt spielen können. Das nächste Instrument für diese Kinder ist dann eine 3/4 Viola, bevor es an die große 16″-Variante geht. Da muss man schon eine gewisse Körpergröße haben. Wir haben etwa ein halbes Dutzend Violen bis zur ganzen Größe mit sechzehn Zoll.
Violaschule

Bei den Celli hat sich gezeigt, dass es klassische Bruchstellen gibt: die Seitenwand (Zarge) eines Cellos hat in etwa die gleiche Stärke wie eine Violine, ist durch die größere Fläche aber viel instabiler. Bei unserem ersten Cello ist es bereits zu einem Schaden gekommen, dessen Reparatur auch nicht ganz billig war. Weitere Schäden waren gelöste Leimverbindungen des Griffbretts oder des Halses, die von der Versicherung nicht übernommen werden, weil kein Unfallschaden vorliegt. Ärgerlich und teuer ist es trotzdem.
Wir beginnen mit viertel und halben Größen und wechseln nach ein bis zwei Jahren auf die 3/4 Größe. Ein ganzes Cello war bisher noch nicht nötig. Zur Zeit haben wir sechs Celli, halten aber auch mittlerweile Reserveinstrumente vor, damit die Kinder im Schadensfall schnell Ersatz bekommen. Weil die Cellotaschen keinen wirklich guten Schutz bieten, werden wir nach und nach auf ABS-Koffer und Carbon-Koffer umsteigen.
Celloschule

Kontrabässe mieten wir bei Berndt & Marx in Chemnitz, haben aber auch schon Instrumente gekauft, weil sich dies langfristig einfach lohnt. Gegenwärtig haben wir einen Viertel-Bass, drei halbe Bässe und einen 3/4 Bass.
Kontrabässe fangen erst einmal mit einem E-Bass an und wechseln recht bald zur „Oma“, denn wenn die linke Hand nach einem Monat „weiß“ wo sie hinmuß, kann sich die rechte Hand auf die Bogenhaltung konzentrieren und dann ist es leichter.
Bass-Schule

 

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Flöte

Flöten hatten wir von Anfang an, also seit 1998. Bis heute verwenden wir Bufett-Crampon-Flöten, doch wir haben auch ein paar Yamaha-Modelle. Manche Flöten haben mehr als zehn Benutzer gehabt, doch sie sind immer noch in Ordnung, weil sie regelmäßig gewartet wurden und eine neue Polsterung (die den Zeitwert des Instrumentes übersteigen kann), war bisher noch nie notwendig. Merkwürdigerweise ist die Flöte nach wie vor ein Mädcheninstrument – die paar Jungen, die seit 1998 Flöte lernten, waren bestenfalls ein Dutzend. Unserer Flöten beginnen in G-Dur und wechseln sehr schnell zu Bb-Dur – dann können sie abwechselnd mit den Streichern und den Bläsern abwechselnd zusammen spielen, weil die Übungen gleich sind.
Link zur Flötenschule

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Klarinetten 

 

Unsere Klarinetten sind ebenfalls von Bufett-Crampon (B10, B12) und von Yamaha. Wir hatten mal zwanzig Klarinetten und hatten die Bestände zwischenzeitlich abgebaut, weil wir in der Big-Band kaum Verwendung für sie hatten. Mittlerweile hat sich dies wieder geändert, denn für das Chicago-Jazz-Ensemble der Mittelstufe werden wieder Klarinetten gebraucht, ebenso für das neue Symphonieorchester. Jetzt ärgere ich mich ein bisschen, dass ich unser Fagott vor ein paar Jahren verkauft habe – demnächst müssen zwei von ihnen angeschafft werden. Die Klarinetten beginnen in C-Dur (klingend Bb-Dur) und spielen mit allen Bläsern zusammen.
Klarinettenschule

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Altsaxophon

Wir beginnen in der Saxophongruppe mit einem Alto-Satz (drei bis fünf Altos) und hoffen, dass am Ende der Fünf ein oder zwei Kinder auf Tenor umsteigen, damit der Saxophonsatz komplett ist. Außerdem haben wir ein Baritonsax, das auf einem Ständer stehend gespielt werden kann – keinem Kind ist zuzumuten, so ein großes und schweres Instrument mit sich herumzuschleppen. Wenn wir mehr Geld haben, werden wir mal ein zweites Bariton kaufen. Probleme gibt es immer am Anfang, wenn durch unsachgemäßes Zusammenbauen Klappen und Wellen verbogen werden. Neue Instrumente geben wir aus diesem Grund nie an Anfänger aus, sondern an die besten Fortgeschrittenen, die sich eins aussuchen und ihr bisheriges Instrument weitergeben.

Gute Erfahrungen machten wir mit Keilwerth, Arnolds und Jupiter in bezug auf Stimmung und Ansprache, doch manchmal wird ein Alto so tief ausgeliefert, dass man den Korken am S-Bogen neu setzen muss. Für unsere Holzabteilung ist der Spezialist Musikhaus Hartmann in Bonn. Der Inhaber, Herr Stein, hat bisher alles bezahlbar wieder hinbekommen. Die Altos beginnen in G-Dur (klingend Bb-Dur) und spielen mit allen Bläsern zusammen.
Altsaxophonschule

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Trompete

Die Trompeter haben es oft „leichter“, denn sie sind am schnellsten und unproblematischsten mit dem Zusammenpacken fertig. Wir verwendeten bisher am liebsten die „Sella“-Modelle von Kühnl & Hoyer, allerdings hat unser Hausreparateur Gottfried Büchel eine eigene Serie aufgelegt, die besser ist als alles, was es in dieser Preisklasse gibt (unter EUR 500.- ) und wenn wir nachkaufen, sind es Büchels Trompeten. Alle Kinder bekommen ein Gigbag, damit sie die Trompete leichter tragen können – die meisten kommen mit Bus und Bahn und da zählt jedes Gramm.

Zu Demonstrationszwecken hängt im Büro eine Trompete, bei der mal ein Ventil auf den Boden fiel, verbogen und schrottreif war (wieso werden Ventilbüchsen eigentlich nicht standardisiert, dass man in so einem Fall keine neue Trompete kaufen muss???). Häufigstes Problem ist ein festsitzendes Mundstück, weil man drauf geschlagen hat – das kostet bei uns ein Pfund Kaffee Strafe, weil ich es wieder herausdrehen muß. Die Trompeten beginnen natürlich in C-Dur (klingend Bb-Dur).
Trompetenschule

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Horn

Alle Horn-Interessenten sollten eine Zeitlang Trompete oder Posaune gespielt haben, bis sie in der Lage sind auf einem F-Horn den 4., 5. und 6. Oberton zu spielen, damit sie wissen, wo sie im Obertonbereich sind. Wir fangen mit einem F-Horn an und wer sich als hoher Hornist entpuppt, bekommt recht schnell ein Bb-Horn. Mittlerweile haben wir auch zwei Doppelhörner (F/B bzw. Bb/hoch F) fpr die Fortgeschrittenen.
Hornschule

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Posaune

Bei Posaunen verwenden wir Kühnl & Hoyer 134 G und Yamaha-Modelle – denn diese Instrumente halten fast ewig, wenn sie gut gepflegt werden. Meine 42er Bach (über 50 Jahre alt) ist zwar der Wunschtraum der guten Posaunist/inn/en, doch man braucht viel Glück, um eine wirklich gute zu bekommen und ich hab sie auch erst nach meinem ersten Examen von einem Musiker gekauft, der in Pension ging und sie nicht mehr brauchte. Mittlerweile kaufen wir gezielt Posaunen mit einem Quartventil, damit die Kinder auch ein H spielen können – im Zusammenspiel aller Instrumente in C-Dur ist es nötig. Wir beginnen in Bb-Dur und kommen nach einem Jahr auf die Tonarten zwischen Es-Dur und C-Dur.

Auch bei den Posaunen bekommen alle Kinder ein Gigbag. Dummerweise gehen die Plastikreißverschlüsse bei den preiswerten Herstellern nach etwa sechs Monaten kaputt. Also wird einmalig für etwa 100.- ein Metallverschluß eingenäht und dann halten die Taschen etwa sechs Jahre. Hardcases sind noch keine Alternative, weil sie neu zu teuer sind.

Die Zugwartung lassen wir erst machen, wenn die Kinder nach einem halben Jahr gelernt haben, den Innenzug wie ein rohes Ei zu behandeln. Sonst wird es unbezahlbar und das erste halbe Jahr muß der Zug sowieso noch nicht perfekt laufen. Beulen sind seltsamerweise nie ein Thema gewesen – nur einmal in zwölf Jahren kam ein Tenorhorn zwischen die Messing-Schwingtüren und wurde geplättet. Nach allen möglichen Ausprobierphasen mit Zugöl und Mehrkomponenten-Fetten bin ich wieder auf das gute alte „Bötels Posaunenfett“ gekommen – eine Tube hält etwa zehn Jahre.
Posaunenschule

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Gitarre (elektrisch)

Dieses Instrument ist nur nach Vorspiel in der geförderten Ausbildung möglich, weil es so schwierig ist. E-Gitarre hat mit einer akustischen Gitarre überhaupt nichts zu tun, es sind andere Griffe, andere Fingersätze, eine andere Spielhaltung und die Schwierigkeiten liegen in der Kombination von Blattspiel, Akkordbegleitung, Harmonielehre, Improvisation und dem Umgang mit den Verstärkern und den Elektronikteilen. Üblicherweise brauchen Gitarristen, die in der 5. Klasse anfangen, drei bis vier Jahre, bis sie leidlich nach Noten spielen können und damit für die Big-Band interessant sind – bislang hat dies noch keiner geschafft, weil die meisten nach zwei Jahren aufgeben….

Wir beginnen in der V. Lage (Bb-Dur) und die Gitarristen lernen mit den Bassisten und Blechbläsern zusammen. Dadurch lernen sie von Anfang an nach Noten zu spielen, was keine Selbstverständlichkeit ist. Das Stimmen übernehme ich das erste Jahr immer selber, irgendwann danach können  es die Kinder selbst. Stimmgeräte ohne Autotune-Funktion sind ihr Geld nicht wert, denn es reißen zu viele Saiten.

Gitarren kaufen wir gebraucht (mit altem Holz) und vervollständigen sie dann mit guten Pickups (eigene Geheimwissenschaft) oder besserer Hardware (Mechanik, vernünftige Stege), denn wenn das Holz gut ist, lohnt es sich auch, eine gute Elektronik einzubauen. Bevorzugte Modelle sind der Typ Stratocaster und Telecaster, gerne nehmen wir aber auch alte DDR-Gitarren und Höfner-Instrumente, weil das Holz früher so gut war. Bei E-Gitarren schraubt man sowieso immer herum wie beim VW-Käfer früher, man kann schnell und leicht reparieren und die Kinder lernen irgendwann die Technik zu begreifen. Wir haben eine gute Tokai und eine ALX aus den 80ern, eine alte Yamaha von 1978, viel Marathon aus den 90ern, Johnson, neues amerikanisches, mittleres japanisches und altes deutsches Zeug – zum Hörvergleich nehme ich immer meine alte Fender-Strat (1977).
Nachdem ich wider besseres Wissen dieses Jahr wieder sechs Gitarristen aufgenommen hatte, werde ich es im kommenden Schuljahr nicht tun – es zerrt zu sehr an den Nerven und es kommt weniger rum als bei den Bläsern, weil unsere bisherigen Zehnjährigen in der Feinmotorik einfach noch nicht so weit waren, wie sie hätten sein müssen. Wer E-Gitarre nicht täglich übt, hat keine Chance es zu lernen. Violine ist da erheblich leichter.
E-Gitarrenschule

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Bass

Beim Bass beginnen wir seit 2008 erst auf kurzen Modellen (short scale) mit Bünden, nach einem halben bis ganzen Jahr wechseln die Kinder dann auf einen  5-Saiter ohne Bünde (fretless).  Wenn man bei einem Fünfsaiter das Spiel  in der V. Lage beginnt, stellt sich auch nicht das Problem des tiefen „F“ und die Lage der Töne wird – wie beim Violinunterricht – mit Klebepunkten markiert. Für kurze Arme haben wir kleinere Größen und so kommen die Kinder auch hier an alle wichtigen Töne. Auf dem bundlosen Bass kann man übrigens problemlos die Stimmungsdifferenzen ausgleichen, wenn man hört, wo man greifen muß. Von Warwick gibt es ein bezahlbares Modell, das recht gut ist, aber wir haben auch Viersaiter . Ein Sechssaiter ist sowieso nichts für Anfänger.

Wenn die Bass-Kinder  von Anfang an nach Gehör spielen – wie es die Posaunisten ja auch lernen – , gibt es später weniger Probleme bei der Intonation zwischen temperierter Stimmung (Tasten und Gitarren) und reiner Stimmung (alle Bläser). Aus diesem Grund habe ich Posaunisten, Bassisten und Gitarristen in einer Gruppe und die Schlagzeuger laufen mit – parallel zu den Posaunen wird so auch eine Rhythmusgruppe ausgebildet.
E-Bass-Schule 

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Schlagzeug  und Percussion

Schlagzeug ist eines der schwersten Instrumente und daher beginnen wir in jeder Bläsergruppe mit zwei Schlagzeugern, die sich zunächst kleine und große Trommel teilen, später die Hi-Hat dazu nehmen, dann das ganze Set. Sie müssen später auch Pauken bedienen, Glockenspiel und Vibraphon und alles, was im Orchester gebraucht wird.

Die Drum-Sets leihen wir als Übungsset an unsere Schüler aus – normalerweise von einer vernünftigen Marke (Tama, Sonor, Pearl, Yamaha oder vergleichbar): Bassdrum 16″ bis 20″,  Sane in 13″ oder 14″, zwei bis drei Toms zwischen 8″ und 16″. Die Becken kommen meistens von Paiste: 14″ HH, 14″ Crash, 16″Ridebecken, möglichst aus der gleichen Serien (2000 blau, 2002 rot etc.) Zum Üben reicht es, die Kinderzimmer werden nicht so voll und das Set ist den meisten Elektro-Sets überlegen und taugt auch für Auftritte.

Im Schlagzeugraum stehen fünf komplette Sets in Standardkonfiguration (BD, SN, HH, HT1, HT2, ST, Crash und Ride), im Probenraum ein Jazz- und ein Rock-Set und das Konzertset hat einen Beckensatz aus den 70er Jahren (Formula 602 – für Kenner).

Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Sinn macht, bei Schlagzeugen etwas anderes zu verwenden als die großen Marken und im Laufe der Jahre haben wir ganze Beckensätze zusammenstellen können: Rock, Jazz, 70er – da merken die Schüler auf einmal, wie die Sounds zusammenkommen und der Unterschied ist wirklich deutlich. Für die Hi-Hats kaufen wir nur noch die polnischen „Fame“-Maschinen, da kommt an Stabilität und Qualität in der Preisklasse bis 100.- keine andere Marke mit. Mittlerweile haben wir über 25 Drum-Sets – den größten Teil davon verliehen. Unser Highlight ist ein klitzekleines Kinderschlagzeug, das wir mit vernünftiger Hardware bestückt haben und das für Kinder bis 1,50 m ideal ist: 14″ BD, 10″ SN, 8″, 10″und 12″ Toms und eine gekürzte Hi-Hat.

Fehlende Ersatzeile können wir problemlos bei eBay vervollständigen oder im Drum-Studio Bonn nachbestellen und gute Markenteile gehen einfach nicht kaputt. Ersatzfelle, schrauben und -schlüssel liegen immer im Schrank und wer Dellen in die Felle haut, muß sie ersetzen.
Schlagzeugschule – Vibraphonschule

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Akustische Gitarren haben im Bandbereich keine Chance, die nehmen wir für die Gitarren-AGs, wo man nicht über die V. Lage kommt, außerdem haben wir eine Abteilung Steel-string, in der Blues in offenen Stimmungen und  Bottleneck unterrichtet wird – ohne Noten. Kleinere Kinder bekommen 3/4-Instrumente, die etwas handlicher sind und eine Tasche – keinen Koffer.

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Klavier/Synthesizer

Die Pianisten sollten bereits Klavierunterricht gehabt haben, so dass sie sich auf die Beherrschung von Sampler und MIDI konzentrieren können, sonst kriegen sie nicht die Kurve. Jeder aus dem Rhythmus lernt, sich selber zu verkabeln und auch die Bläser haben ihre Aufgaben bei Auf- und Abbau der Rhythmusgruppe. Die MIDI-Tastatur ist nicht das Problem, sondern die Bedienung der Sampler, denn die digitalen Geräte sind für Zehnjährige nicht zu durchschauen und alte (einfache) Sampler muß man trödeln und sehr pfleglich behandeln (Boss Dr. Synth, Roland Juno 106, Emu Esi 32 oder Ähnliches von Kurzweil und Akai). Die heute übliche Laptop-Lösung der Profis taugt nicht für Kinder, für die ist es schon schwer genug das richtige Netzteil für das Keyboard zu finden und darum steht auf jedem Netzteil ob es Gleichstrom (gelb) oder Wechselstrom (rot) liefert, außerdem die Beschreibung, wohin es gehört. Ein falsch angeschlossenes Netzteil erzeugt etwa EUR 100.- Reparaturkosten.

Außerdem stehen drei Flügel, acht Klaviere, zwei E-Pianos, einige Keyboards und zwei Heimorgeln über die ganze Schule verteilt, teilweise stehen sie sogar in Klassenräumen. Nach wie vor suchen wir günstige und gute Klaviere, damit irgendwann mal in jedem Jahrgang ein Instrument stehen kann.

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Die Ausbildung
Die Grundausbildung findet über ein eigenes Unterrichtswerk statt, bei dem von Anfang an zusammengespielt wird (der Link steht jeweils bei den Instrumenten). Nach etwa dreißig Seiten sind alle Schüler so weit, dass sie mit den Stücken des Unterstufenorchesters fertig werden, etwa Weihnachtslieder oder Choräle vom Blatt spielen können. Das ist etwa die Stufe eins – nur dann hat man die Chance, ins Unterstufenorchester zu kommen.
Am Ende der 6. Klasse wird meistens Stufe zwei erreicht: leichte Big-Band-Literatur( „Easy Jazz Pak“ aus dem Hal Leonard-Katalog) bzw. für die Streicher/Holzbläser Renaissancemusik und leichte Barocksachen (Phalése, Praetorius, Böhm, Händel)

Im Zusammenspiel verwenden wir ein Werk, das vier verschiedene Schwierigkeitsgrade abdeckt, so dass die Anfänger nur Leersaiten oder Begleittöne zu spielen haben, Fortgeschrittene spielen eine leichte Begleitstimme oder die Melodie oder eine zweite Stimme.
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Unsere Ensembles
Seit Jahren haben wir die Oberstufen-Band „Brassrock“ (seit 2000), eine Mittelstufen-Band (seit 2006) die Unterstufen-Big-Band (seit 2009), Unterstufen-Streicher, die 5er-Ausbildungs-Big-Band ubd das 6er-Orchester. Außerdem bilden sich sporadisch Holzbläser- oder Blechbläserensembles und ein paar Bands in Eigenregie, die bei uns proben. Die„Taubengang“ pr0bt seit Jahren bei uns, hat dieverse Wettbewerbe gewonnen (Toys2Masters u.a,) und gilt als eine der besten Bonner Rockband.

Alle Ensembles zusammen spielen im Jahr etwa sechzig Auftritte: Konzerte, Begleitmusik, Martinszüge, Karnevalszüge und ab und zu auch eine Messe oder einen Gottesdienst.
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Die Noten
Wir haben ein Farbsystem eingeführt, nach dem man den Noten bereits ansieht, für welche Stimme sie sind: blau steht für Es-Stimmen (Altos), gelb für die Bb-Stimmen, C-Stimmen sind grün und Posaunen (Baßschlüssel) grau. Dieses Farbsystem findet sich in den Notenmappen, allen Stimmbüchern und auch auf den Notenständern und hat den Vorteil, dass der Aufbau schnell geht, weil man sofort die Ständer und Mappen dorthin stellen kann, wo auch die Musiker stehen und jeder findet seine Noten schneller. Auch im Notenschrank findet sich das System, so dass man mit einem Handgriff z.B. eine Stimme für das zweite Alto finden kann. Es kostet zwar Unmengen an Tesaband, macht sich aber schnell bezahlt. Vergessene oder liegen gebliebene Notenblätter landen in einer Sortierkiste, die alle paar Wochen aufgeräumt wird – hier haben schon viele Schüler ihre Sozialdienste abgeleistet.

Das Unterrichtswerk, das wir seit 2003 verwenden, habe ich aus meinen Erfahrungen als Instrumentallehrer entwickelt. Es beginnt für die Bläser in Bb-Dur, für die Streicher in D-Dur mit dem Umfang von vier Tönen und steigert sich langsam. Das bedeutet, dass die Kinder viele Übungen und Lieder mit wenigen Tönen spielen, diese dadurch verinnerlichen und von Anfang an Blattspiel praktizieren. Das erleichtert später das Einüben der ersten Stücke. Für jedes Instrument gibt es ein Stimmbuch, in dem Fingersätze, Griffe, Lagen etc. bezeichnet sind und wenn dieses Buch durchgearbeitet wurde, ist man kein Anfänger mehr und kann im Unterstufenorchester mitspielen. Die meisten Übungen stehen im Netz und werden gerne von Kolleg/inn/en heruntergeladen und verwendet. Parallel entsteht eine Harmonielehre für praktische Liedbegleitung und Improvisation.

http://www.martinschlu.de/orchester/ausbildung/start.html

http://martinschlu.de/klassen/musik/crashkursmusiktheorie/start.htm

Wir haben mehrere Notenschränke (Ausziehregale wie in den Arztpraxen), in denen ein paar tausend Titel stehen. Dies sind Sammlungen wie „Easy Jazz Paks“, gekaufte und geschriebene Einzelnummern, zusammengekaufte Werkausgaben (alleine von Sammy Nestico haben wir über hundert Titel), allgemein gängige Instrumentalschulen und -etuden und ein weiterer Schrank enthält etwa 400 Titel Blechbläserliteratur aus meiner Zeit als Leiter des „Bonner Blechbläserensembles“. Die selbst arrangierten Titel sind auf der Festplatte und können bei Bedarf per W-LAN an den Drucker/Kopierer geschickt werden, denn Noten gehen verloren, werden vergessen oder beschädigt und so bleiben alle Originale im Schrank und es werden nur Kopien ausgegeben. Acht Stahlschränke mit Hängemappen voller Noten stehen im Büro und im Probenraum. Trotzdem werden immer wieder verloren gegangene Originale nachbestellt.

Wir benutzen mehrere Mappen-Sets: die Big-Band-Ordner sind in einem Rollencase untergebracht und enthalten alle aktuellen Stücke. Die blauen Mappen enthalten ein einstündiges Gesangsprogramm, die schwarzen Mappen das Instrumentalprogramm und die roten Mappen sind für die leichten Stücke. Außerdem gibt es noch Combo-Mappen für kleine Besetzungen. Da jeder weiß, wo etwas steht, muß ich nicht immer die Mappen holen und wegbringen, sondern nur ab und zu kontrollieren. Die Reihenfolge der Stücke richtet nach den Setlisten, so dass man bei den Auftritten auf großen Bühnen die Mappe einfach durchgespielt wird – auch das erzeugt weniger Stress. Zum Proben holt sich jeder seinen Ordner aus dem Case  und da muß man nicht mehr suchen, sondern schlägt direkt die entsprechende Nummer auf (Notenpflege schlägt pro Woche ca. mit 20 Stunden zu Buche).
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Die Probenräume

Seit dem Herbst 2009 sind wir mit den großen Ensembles in der  alten Bibliothek, die unseren Platz um gut 200 qm vergrößert hat. Wir haben dort einen kombinierten Musik- und Probenraum, zwei weitere Nebenräume, ein kleines Bad, eine kleine Küche und eine Ausstattung, bei der man schnell mal einen Studiomitschnitt, aber auch mal mit einer ganzen Klasse eine Trommelstunde machen kann.

Hinter dem Probenraum haben wir ein Büro mit Tageslicht und drei Arbeitsplätzen und dort verbringe ich täglich mehrere Stunden. Im hinteren Bereich des Büros haben wir eine kleine Werkstatt eingerichtet, an der ständig repariert und gelötet wird und dort sind Regale für die Instrumente angebracht worden, denn viele Schüler lassen von einem Tag zum anderen ihre Instrumente dort, wenn sie hintereinander Proben oder Unterricht haben. In zwei Nebenräumen stehen Notenschränke und Regale für die Instrumente. Die Raumsituation hat sich nun erheblich entspannt und es kommen in Freistunden und Mittagspausen etwa immer ca. 30 Schüler, die üben, kommunizieren oder Unterricht bekommen wollen. Vier akustische Klaviere, drei Keyboards, etliche Verstärker und ein Flügel stehen dafür bereit und in jeder Pause wollen zehn bis zwanzig Kinder üben.

Der Bandkeller, die alte Hausmeisterwohnung, ist seit 2003 komplett mit Beschlag belegt. In zwei Probenräumen, jeder etwa mit 30 qm stehen eine komplette Backline für den Rhythmus, je ein Klavier, eine Stereoanlage und genug Pulte für die Proben. Seit dem Umzug der Big-Bands in die Alte Bibliothek wurde aus dem größeren Raum ein Schlagzeugstudio, in dem fünf Drum-Sets stehen und man vernünftigen Unterricht machen kann. Der andere Raum ist für Ensembleproben bis etwa acht Leute, dann ist Schluß. In den Probenräumen stehen kleine 19″-Mixer, doch wenn die Oberstufenband „Brassrock“ unterwegs ist, haben wir auch zur Not eine komplette P. A. an Bord, die (in Flightcases verpackt) bei den Auftritten benutzt wird. Diese Backline ist zentral ausgelagert, kann in den Lift gerollt und von da in den Transporter geladen werden.
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Tontechnik
Wir haben nur noch analoge Technik, weil die einfacher zu reparieren ist, machten aber auch die Erfahrung, dass manche Verstärker ganz eigene Sicherungen haben, die man erst einmal als Ersatzteil auftreiben muß (z.B. Sicherungen bei Trace-Eliott). Gitarren- und Baßverstärker gibt es drei- und vierfach, damit man auch in kleinen Gruppen arbeiten kann. Alle wichtigen Marken sind mindestens einmal vertreten, auch Fender, Marshall und Ampeg für den Live-Betrieb. An Karneval packen wir die Tontechnik auf einen Bollerwagen, schmeißen das Notstromaggregat an und spielen elektrisch über eine Funkverbundung. So laufen wir in Kessenich und Beuel als elektrische Marschkapelle und als Einheizer an der Spitze mit

Kabel sind in Fächern in einer Kiste auf Rollen sortiert (Klinke 6,3 für Instrumente, Netzkabel und Mikrokabel, PowerCon-Stromversorgung, Boxenkabel). Jeder sollte eigentlich die Kabel zusammenlegen und verkletten. Dennoch verbringe ich zuviel Zeit damit, Kabel zu entheddern, neu aufzurollen, mit dem Austausch von kaputten Steckern und dem Löten von Anschlüssen. Mittlerweile haben wir einen Werkstattsplatz eingerichtet und dort werden alle Klinkenkabel selbst gelötet (Neutrik-Stecker auf Sommer-Kabel von der Rolle). Außerdem verwenden wir an jedem Instrumentalkabel einen „silent plug“, einen speziellen roten Stecker, der die Stromzufuhr beim Herausziehen sofort unterbricht – es gibt weniger Kurzschlüsse  und damit weniger Reparaturen. Der Kabeltester ist immer griffbereit – auch das spart Streß.
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Tutorium
Ab Klasse neun und zehn können fortgeschrittene Schüler/innen selber Instrumentalunterricht geben. Sie betreuen ein bis drei Fünfer oder Sechser und machen mit ihnen ihre ersten Lehrerfahrungen. Natürlich gibt es auch etwas Taschengeld dafür, doch entscheidender ist, dass sie als Lehrer ausgewählt wurden – dies wird auch auf dem Orchesterzeugnis vermerkt, das sie jedes Halbjahr bekommen und das mit dem Schulzeugnis ausgegeben wird. Hier wird der Leistungsstand bescheinigt, gespielte Auftritte werden aufgelistet und oft kann man eine Entwicklung erkennen. Personalchefs haben durchblicken lassen, dass sie diese Praxis toll finden.

Es gibt immer wieder Fortgeschrittene, die ab Klasse acht wissen, dass sie später mit Musik mal ihr Geld verdienen wollen. Bislang haben schon einige aus der Orchesterarbeit Musik studiert, aber wir haben auch noch nicht so viele Absolventen und aus den letzten Jahren studieren gegenwärtig sechs Ehemalige Musik.
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Sonstiges
Alle Auftritte stehen im Internet und sind damit für alle zentral einsehbar. Die Oberstufen-Big-Band „Brassrock“ hat seit Jahren eine eigene Internetpräsenz, die allerdings nur ab und zu gepflegt werden kann – irgendwo muß auch ich Abstriche machen – „Delagation“ heißt das neue Zauberwort…

Wenn Sie uns unterstützen wollen, können Sie an die Orchesterkasse spenden. Davon  kaufen wir Noten oder Instrumente oder bezahlen Wartungen. Für Spenden ab € 50,00.- wird automatisch eine abzugsfähige Spendenquittung erstellt, auch für Sachspenden. Wir brauchen immer gebrauchte Instrumente, Noten, Deckungszusagen und Fahrdienste. Geben Sie bei der Überweisung bitte Ihre Adressdaten an, die Quittung wird umgehend zugeschickt.

Bankverbindung des Orchesters der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule,
Bonn – Bad Godesberg:

BAG Musik Rheinland-Süd
IBAN DE 21 3705 0198 0114 9236 00
Sparkasse KölnBonn

Stand: 1. Dezember 2016

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